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Past in Present – Besuch meiner Vormieter

Auslöser meiner Geschichtsstunde in der eigenen Wohnung war der Artikel im Hamburger Abendblatt. Einige Tage später bekam ich nämlich Post. Die Absenderin hatte den Blick vom Balkon erkannt und vermutete stark, dass es sich um die Wohnung ihrer Eltern handelte. Ihr Anliegen: Da ihre Eltern so positive Erinnerungen mit diesem Ort verknüpften und immer wieder von der Zeit dort berichteten, wollte sie ihren Eltern die Möglichkeit geben, noch einmal in die Wohnung zu blicken. Natürlich meldete ich mich direkt zurück und willigte ein. So oft hatte ich mich schon gefragt, was diese Wände bereits erlebt haben, wer hier gewohnt hat und wie es wohl damals aussah. Das ist das besondere an Altbauten. Sie sind lebende Geschichte. Nach meiner Aktion im Sommer 2017 den Dielenboden wieder freizulegen, fragte ich mich natürlich auch, wie lange dieser wohl verborgen wurde. Somit war ich genauso interessiert daran meine Vormieter kennenzulernen und all diese Fragen zu stellen.

Einige Wochen später stand dann der Termin zu Kaffee & Kuchen fest. Das ältere Ehepaar schien der Aufstieg in den 5.Stock nicht sonderlich zu stören. Nach einem kurzen Durchatmen (was eigentlich jeder benötigt) observierten sie die Wohnung direkt und stellten fest: Ja, genau hier hatten sie viele Jahre gelebt! Und so bewegten sie sich auch durch die Wohnung. Kennt ihr das, wenn ihr euch irgendwo Zuhause fühlt? Achtet mal darauf, wie ihr euch dann durch die Räume bewegt. Fast schon aufgeregt bewegten sie sich von Raum zu Raum und erzählten bereits die ersten Anekdoten. Zu aller erst stellten wir fest:

Der Grundriss der Wohnung war früher anders

Die Wohnung wurde nämlich verkleinert. Aktuell ist sie etwa 60 qm groß, damals waren es an die 100 qm. Ein Teil vom Flur und ein daran anschließendes Zimmer, ein Bad sowie ein Teil der Küche wurden anscheinend Jahre später der Nachbarwohnung zugeordnet. Super schade, wie ich finde 😉 Klang nach der perfekten Wohnungsgröße! Zudem gab es eine Flügeltür zwischen Wohnzimmer und meinem jetzigen Schlafzimmer. Diese wurde offensichtlich verputzt. Mich würde schon arg interessieren, ob die Tür unter dem Putz noch intakt ist…

Die Decken waren 4 m hoch und besaßen Stuck

Ich hatte es ja vermutet. Früher waren die Decken höher und typisch für Altbau besaßen sie auch noch Stuckornamente! Ich bin nah dran, mal ein Loch zu bohren und zu schauen, wie es unter den abgehängten Decken aussieht…

Der Dielenboden war intakt

Der Boden fiel dem Ehepaar gar nicht besonders auf – er war damals einfach genauso vorhanden! Somit haben die Beiden meiner DIY-Renovierungsstory gar nicht so viel Beachtung geschenkt. Meine Brickwall im Wohnzimmer kommentierten sie dafür mit einem: “Oh, die Wand ist kaputt.” 😉

 

 

Der Ausblick war nicht identisch

Ein super interessanter Fakt, der mir bis dato nicht bewußt war: Viele Jahre stand am Fischmarkt und somit direkt vor meiner Tür ein großer Wassertank. Dieser versperrte aber auch die freie Sicht auf die Elbe. So zu sehen auf den Fotos! Mein typischer Elbblick war früher also nicht vorhanden. Habe ich verdammtes Glück gehabt 😉

 

Es war auch damals schon Liebe

An allem – den Gesprächen, Erzählungen und der Körpersprache merkte man: Auch für das ältere Ehepaar, das mir am Kaffeetisch gegenüber saß, war diese Wohnung eine ganz Besondere. Vielleicht kein dauerhaftes Herzensprojekt, wie ich es ja immer beschreibe, aber definitiv eine prägende Zeit. Sie zogen hier kurz nach ihrer Heirat ein (in den 1950er/1960er Jahren) , ohne die sie die Wohnung übrigens nicht bekommen hätten. Ja, so war das damals 😉 Sie gründeten in dieser Wohnung eine Familie und wenn ich das als Autor dieses Berichtes einfach mal vermuten darf: wurden auch erwachsen in dieser Wohnung. Natürlich prägt das und verbindet. Ich durfte mir übrigens viele Familienfotos anschauen, die in meiner Wohnung gemacht wurden. Irgendwie strange, aber auch total schön 🙂

Im Nachgang unseres Kaffeeklatsches schrieben die Tochter und ich uns noch einige Male und sie bestätigte, wie beseelt die Beiden nach dem Besuch waren. Da geht einem wirklich das Herz auf! Für mich waren es auch sehr besondere Stunden und ich bin wieder einmal überwältigt davon, welche Möglichkeiten dieser Blog, Instagram und all das was daran hängt, mir ermöglicht. Denn schließlich wäre so ein Treffen ohne all das nie zustande gekommen 🙂

In diesem Sinne: auf noch viele weitere Begegnungen dieser Art!

 

 

One Comment

  • Burgherrin

    24. April 2018 at 6:17

    Oh wie phantastisch, ich liebe alte Mauern, Räume, Häuser. Du hast wahrhaftig großes Glück mit Deiner wunderschönen Wohnung , Deinem jetztigem Ausblick und dieser wundervollen Begegnung aus der Vergangenheit 😍.

    Bin schon sehr gespannt wann Du anfängst den Putz abzukratzen und Löcher in die Decke zu zu bohren………

    Herzliche Grüße
    Sonja

    Antworten

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