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Das Leben und die Liebe

Es folgen womöglich die persönlichsten Worte, die ich jemals über diesen Weg mit der Welt geteilt habe.

Diejenigen, die meinem Lebensweg schon länger beiwohnen, wissen, dass ich immer ein Freund von persönlichen Einblicken in mein Seelenleben war. Insbesondere in der Zeit, als meine Mutter an unheilbarem Krebs erkrankte, nutzte ich diese Plattform um mir mit dem Niederschreiben von Gedanken Luft zu schaffen. Diese Worte sollten aber nicht nur mir Trost spenden, sondern auch den Themen Krankheit, Trauer und Tod eine Bühne bieten, welche im Alltag keinen Platz findet. Dabei ist fast jeder von uns an irgendeinem Punkt in seinem Leben davon betroffen. Über Gefühle, Ängste und Gedanken in dieser Hinsicht offen zu sprechen, halte ich deshalb für wichtig. Ähnlich geht es mir mit dem heutigen Thema, wenn es auch genau die andere Seite des eben genannten darstellt:

Das Leben und die Liebe.

Wenn große Teile des eigenen Lebens mit der Öffentlichkeit geteilt werden, bleibt es wohl nicht aus, dass auch das Interesse an persönlichen Aspekten steigt. Diesen Punkt mache ich mir weniger bewusst, schließlich dreht sich bei mir alles um das Thema Einrichten sowie Design und eben nicht zentriert um mich als Mensch. Umso schöner finde ich es, zu spüren, dass wahrhaftiges Interesse an meinem Leben besteht. Als ich vor einigen Wochen eine Fragerunde bei Instagram startete, mit dem Aufruf: “Fragt mich, was ihr immer schon gerne erfahren wolltet” waren mindestens 50% der Fragen persönlicher Natur. Dabei wiederholte sich vor allem eine Frage, die nach meinem Beziehungsstatus.

Ich bin in einer festen und glücklichen Beziehung.

So lautete meine Antwort. Was ich damals allerdings wegließ: mit einer Frau. Ja, ich liebe eine Frau. Das nennt man wohl “Coming out”, zumindest mein Öffentliches. Im privaten Umfeld ist dies schon länger keine Neuigkeit mehr, war es aber mal. Denn ich war die längste Zeit meines Lebens den Männern zugetan, ebenso wie meine Partnerin. Warum ich diesen Fakt erwähne? Weil er zum Einen verdeutlicht, dass genau wie das Leben, auch die sexuelle Orientierung nicht immer schwarz oder weiss ist. Zum Anderen bauen darauf auch Themen auf, die einen in der Beziehung vor neue Fragen stellen, welche aber ebenso ein ganz besonderes innerbeziehungstechnisches Verständnis füreinander als Folge haben. Damit meine ich eine Basis von Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit für die gegenseitige Beziehungshistorie, aber auch ein offener Umgang mit Ängsten sowie Gedanken bezüglich der Gegenwart und Zukunft.

Ich habe lange über diesen Schritt nachgedacht.

Denn wir leben zwar in einer aufgeklärten und offenen Zeit, dennoch bestehen noch Vorurteile, Meinungen und Diskriminierungen. Ich persönlich habe weder in meinem privaten Umfeld, noch in erweiterten Kontexten negative Erfahrungen sammeln müssen. Dafür bin ich sehr dankbar und dennoch gibt es sie und für viele homosexuelle Menschen gehören sie zu ihrem Leben, ihrer Jugend, ihrem Alltag. Wenn ich mit diesem Statement auch nur einen kleinen Beitrag zum Thema Sichtbarkeit beisteuern kann, dann hat sich dieser Schritt gelohnt.

Sichtbarkeit

Denn Sichtbarkeit bedeutet auch ein Aufbrechen von fest verankerten Bildern, von Rollenklischees. Das Aufzeigen einer Normalität fern ab der heterosexuellen Konformität. Dies beginnt bei mir als Frau, die es liebt eine Frau zu sein und dies genau so lebt mit allem Pi-Pa-Po. Es geht weiter bei meiner Partnerin, die ebenso lebt. Was darin resultiert, dass wir in der Öffentlichkeit zu aller erst für normale Freundinnen gehalten werden oder Schwestern. Kommt es dann zum Gespräch, fällt immer wieder ein Satz wie: “Das hätte ich bei euch ja nicht gedacht.” Das Bild von zwei sich liebenden Frauen ist auch heute noch verzerrt durch Klischees.

Wenn dieser Anblick die Weltsicht einiger Menschen überrascht oder nicht hinein passt, dann sei es so. Ich muss trotzdem gestehen, dass ich vor diesem öffentlichen Schritt meine Bedenken hatte und Sorge vor unangemessenen und verletzenden Reaktionen. Der Wunsch offen zu meinen Gefühlen zu gestehen, überwiegt allerdings und so schreibe ich diese Zeilen und bin gespannt, was nun geschehen mag.

 

 

 

 

7 Comments

  • Claudia Wagner

    30. Dezember 2018 at 23:40

    Habe es geahnt und auch verstanden das Du oder Ihr Euren Zeitpunkt gebraucht habt um es zu erzählen. Ist ja bei anderen Paaren auch oft nicht anders😉

    Antworten
  • Tanja

    31. Dezember 2018 at 0:16

    Das hast Du sehr schön geschrieben. Ich freue mich einfach nur für Euch. Möge Euch die Sonne immer so bescheinen und hinter Euch stehen! 🙂

    Antworten
  • Melanie

    31. Dezember 2018 at 0:31

    Sehr bewegende und sehr offene Zeilen- Hut ab!
    Ich lebe seit mittlerweile 20 Jahren in homosexuellen Beziehungen- mittlerweile auch in eingetragener Lebenspartnerschaft mit Kind- und dennoch tue ich mich immer noch schwer zu es offen zu sagen. Daher ziehe ich meinen Hut vor dir. Lieben Dank und weiter so! 😘

    Antworten
  • Stefanie

    31. Dezember 2018 at 10:47

    Liebe Jenny, gerührt über deinen Beitrag und deine offene Sichtweite des Lebens,
    Du – was sag ich, ihr seid toll!
    Deinen Blick über den Tellerrand und auch wenn ich damit einigen auf die Füße trete, denn ich mag keine Ja-Sager – wundert es mich, dass Personen, die wie ich, deinem Blog folgen, überhaupt nach deinem Beziehungsstatus fragen.
    Auch wenn ich noch nicht allzulange dabei bin, war innerhalb kürzester Zeit ersichtlich, dass eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass du in einer Beziehung zu einer Frau stehst. Wer deinen Blog halbwegs aufmerksam verfolgt, müsste gemerkt haben, dass es ein coming out in Häppchen war.
    Ich finde es wunderbar, dass du einen so lieben Menschen an deiner Seite hast, egal welchen geschlechts, du dich öffnest, allen möglichen Widersachern zum Trotz.

    Mut tut gut !

    Und nur der, der aus der Masse heraustritt, einen Schritt nach vorne tut, kann Neues entdecken.
    Mein Leitsatz :
    Wer immer tut, was er schon kann – bleibt immer das, was er schon ist. Alles Gute ist gefährlich, wenn falsch damit umgegangen wird.
    Zitat: Henry Ford
    Ich wünsche dir und Judith einen tollen Start ins 2019 und noch schnell ein Kompliment an meinen Lieblingsblog ❤️

    Antworten
  • Eddyline

    31. Dezember 2018 at 15:43

    Ich selbst lebe in einer „klassisch“ heterosexuellen Beziehung, deshalb kann ich nicht komplett nachvollziehen, dass ein solches Bekenntnis anscheinend immer noch sehr viel Mut und Überwindung benötigt. Schade – ich dachte, da wären wir als Gesellschaft weiter. Es muss doch auch niemand besonders betonen, dass er/sie heterosexuell ist – warum scheint es immer noch besonders erklärungsbedürftig zu sein, wenn man gleichgeschlechtlich liebt?
    Ich hoffe, ich erlebe da noch eine deutlichere Wende, habe aber leider das Gefühl, dass es sich in Teilen der Gesellschaft wieder zurück entwickelt.
    Alles Liebe für Euch beide – jetzt reist Ihr sozusagen öffentlich gemeinsam ins Neue Jahr!

    Antworten
  • Sonja

    11. Januar 2019 at 16:47

    Liebe Jenny,
    ich lese Deine Blog sehr gern. Deine Bedenken kann ich nachvollziehen.

    Vor Kurzem habe ich eine Person kennengelernt, die ich beim ersten Treffen bei einer Veranstaltung als Mann kennenlernen durfte. Beim nächsten Mal erschien diese Person als Frau. Sie gab nur ein kurzes Statement ab und bat darum, sie ab sofort mit dem von Ihr gewählten weiblichen Namen anzureden. Das wurde von allen Teilnehmern mit einer positiven, freundlichen Reaktion kurz zur Kenntnis genommen und wunschgemäß so gemacht. Niemand hat Anstoß daran genommen. Das hat mich für sie sehr gefreut. Auch die Reaktionen des Arbeitgebers waren positiv und verständnisvoll, wie sie mir erzählte. Man kann nur erahnen, wie viel Leid sie in den Vorjahren tragen musste, um diesen Weg zu gehen. Ich habe größten Respekt vor ihrem Mut.

    Mir persönlich ist es wichtig, dass Menschen glücklich in ihrer Beziehung leben und das mache ich nicht an dem Geschlecht oder der Lebensform fest.

    Eine glückliche Familie besteht für mich auch nicht zwangsläufig aus Mutter, Vater, Kind. (Das wurde mir als Alleinerziehende mehrfach suggeriert und das ist sehr verletzend), Ein Paar nicht zwangsläufig aus Mann und Frau.
    Warum muss ich einer “Norm” entsprechen, die mich nicht zwingt, ein unglückliches Leben zu führen oder jemanden nicht lieben zu dürfen?!

    Es gibt zur Zeit einen sehr schönen japanischen Film „Shoplifters“ zu dem Thema, was ist eine Familie.

    Ich finde es richtig, wenn man damit, wie man lebt, selbstverständlich auch nach außen umgeht. Umso weniger ist man dann angreifbar, weil man zu seinem Leben, seinen Entscheidungen steht. Man muss sich für nichts rechtfertigen, erklären oder (noch schlimmer) entschuldigen, weil es das eigene, einzige Leben ist. Wenn man verheimlicht, dann ist man angreifbar, weil man sich verstecken muss.

    Ich wünsche Euch viel qualitativ schöne Lebenszeit miteinander. Genießt das Leben in vollen Zügen!

    Liebe Grüße
    Sonja

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